Benjamin Graham – Börsenguru

Benjamin GrahamKurzportrait

Benjamin Graham geboren in London (Großbritannien) am 09. Mai 1894, lebte überwiegend, bis zu seinem Tod am 21. September 1976 in Aix-en-Provence (Süd-Frankreich), in den USA (New York und später Los Angeles).
Graham ist insbesondere als Begründer der fundamentalen Wertpapieranalyse bekannt. Als Dozent an der Columbia Universität zählt Warren Buffet zu seinen berühmtesten Schülern.
Als Gründungsmitglied der Investmentpartnerschaft Graham-Newman erzielte er von 1936 und 1956 eine jährliche Rendite von mindestens 14,7 %, was zu den besten Erfolgsbilanzen der Wall-Street-Geschichte zählt.
Weiterhin war Graham Dozent an der Anderson School of Management und der Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA).
Graham ist der Autor des Buches “Der intelligente Investor“, welches auch häufig als Investment Bibel bezeichnet wird.

Leben – Benjamin Graham

Graham wurde am 09. Mai 1894 in London als Benjamin Grossbaum geboren. 1895 wanderten seine Eltern (jüdische Porzellanhändler) nach New York aus. Im Jahr 1903 verstarb Grahams Vater. Infolgedessen geriet das Porzellangeschäft in Schwierigkeiten. Nach dem die Grahams das restliche Vermögen 1907 beim großen Crash verloren, verarmte die Familie.
Während des Ersten Weltkriegs änderten sie den zu Deutsch klingenden Namen Grossbaum in Graham.
Durch ein Stipendium der Columbia Universität erhielt Graham, trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten seiner Familie, eine sehr gute Ausbildung. Er studierte Griechisch, Mathematik und Englisch und schloss 1914 als Zweitbester seiner Klasse ab.
Anschließend lehnte er Lehrtätigkeiten an der Universität ab und wechselte an die Wall Street.
Graham startet seine berufliche Laufbahn bei der Investment-Firma Newburger, Henderson & Loeb wo er sich vom Analysten zum Partner hocharbeitete.
Graham fiel als außergewöhnlich guter Analyst auf.
1926 gründete er zusammen mit dem Broker Jerome Newman die Investment-Firma Graham-Newman Corp. und begann auch seine Lehrtätigkeit an der Columbia Universität. Der bekannteste von den von ihm beeinflussten Studenten ist die Investorenlegende Warren Buffet, der von Grahams Ansatz der fundamentalen Wertpapieranalyse das Value Investing ableitete.
Weitere bekannte Schüler von Graham waren die Herren William J. Ruane, Bert Olden, Irving Kahn und Walter J. Schloss. Von Graham beeinflusst wurden auch Seth Klarman und Bill Ackman.
1956 ging Graham in den Ruhestand. 1965 fanden Graham und Newman keine Nachfolger für Ihre Partnerschaft, woraufhin sie Ihr Geschäft liquidierten.
Anschließend zog es Graham nach Los Angeles wo er fast 10 Jahre an der Universität von Kalifornien lehrte. In dieser Zeit zog es ihn immer wieder nach Frankreich, wo er auch am 21. September 1976, im Alter von 82 Jahren verstarb.

Intelligenter Investor – Grahams Vermächtnis

Die Bücher “Security Analysis” (1934 zusammen mit David Dodd) und “The Intelligent Investor” (1949) sind die zwei bekanntesten Werke von Graham. Warren Buffett adelte das Buch “The Intelligent Investor” als das beste Buch, welches je über Investitionen geschrieben wurde.
Graham grenzte in seinen Werken die Begriffe Investition und Spekulation klar ab. Führte den Begriff der Sicherheitsmarge ein, die positive Differenz zwischen Buchwert und Kurswert.
Weiterhin vertrat er die Meinung, dass der Aktionär sich als Teileigentümer einer Unternehmung verstehen sollten. Somit sollte er sich auch nicht mit den kurzfristigen Schwankungen befassen, da der Wert der Aktie sich langfristig in dem Kurs niederschlagen wird.
Graham empfahl Zeit und Mühe für die Analyse einer Aktie aufzunehmen und schrieb, dass die Investitionen die intelligentesten sind, welche am sachlichsten sind.
Ebenfalls führte er als Allegorie (Verbildlichung) Mr. Market ein. Mr. Market ist die Personalisierung des Aktienmarktes. Als manisch-depressiver Mensch bietet Mr. Market jeden Tag Aktien zum Kauf und zum Verkauf an. Die Kurse beruhen häufig nicht auf rationalen Überlegungen. Der intelligente Investor kann die emotionalen Launen von Mr. Market ausnutzen, um eine Aktie günstig zu kaufen.
Was günstig ist ergibt sich aus der Wertpapieranalyse und beschreibt die Differenz zwischen dem inneren Wert und den aufgerufenen Wert einer Aktie.
Graham war ein Befürworter von Dividendenzahlungen und kritisierte Unternehmen, die Ihre Gewinne vollständig in Gewinnrücklagen hielten. Weiterhin war er kritisch Unternehmen gegenüber, die ihre Finanzberichte unregelmäßig veröffentlichten.
Graham war maßgeblich an der Entwicklung der CFA-Zertifizierung (Chartered Financial Analyst) beteiligt, einer Bescheinigung die den einheitlich hohen Standard, insbesondere in der Ausbildung von Finanzanalysten, sichern soll.

Bildquelle Benjamin Graham: Harishsama1998Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link